AI/Claude Code
Claude Code ist ein agentengestütztes Codierungswerkzeug von Anthropic, das Ihre Codebasis liest, Dateien bearbeitet, Befehle ausführt und sich nahtlos in Entwicklungs-Workflows (Terminal, VS Code, Browser, JetBrains etc.) integriert. Dieser Lernplan führt iterativ von der einfachen Installation bis hin zu fortgeschrittenen Themen wie MCP-Integration und benutzerdefinierten Skills.
1. Lernziele
- Grundlagen: Installation und Authentifizierung von Claude Code in verschiedenen Umgebungen (Terminal, IDE).
- Bedienung: Navigation in der Codebasis, Ausführen von komplexen Analysen, Ändern von Code und Beheben von Fehlern.
- Workflows: Einbindung in gängige Prozesse (Refactoring, Tests, Git-Integration, Pull Requests erstellen).
- Personalisierung: Arbeiten mit persistentem Kontext (`CLAUDE.md`), Auto-Memory und benutzerdefinierten Regeln (`.claude/rules/`).
- Erweiterung: Anpassung durch eigene Skills und Integration von Drittanbieter-Tools über das Model Context Protocol (MCP).
2. Lernpfad (Schritt-für-Schritt)
Modul 1: Grundlagen und Erste Schritte (Quickstart)
- Thema 1 - Installation: Wie man Claude Code installiert (z.B. via `brew install --cask claude-code` auf macOS, `winget` auf Windows oder Curl-Skript).
- Thema 2 - Login und Einrichtung: OAuth-Login, Anthropic Console, API-Keys und Abrechnung.
- Thema 3 - Erstes Projekt: Navigieren ins Projektverzeichnis (`cd your-project`) und Starten der CLI mittels des Befehls `claude`.
- Thema 4 - Basis-Interaktionen: Erste Fragen stellen, Code-Änderungen anweisen lassen, verstehen grundlegender Befehle (wie `/help`, `/clear` und `/compact`).
Modul 2: Häufige Workflows (Common Workflows)
- Thema 1 - Codebasis verstehen: Nutzung des "Plan Mode" für sichere Code-Analysen sowie des "Extended Thinking" (Thinking Mode), um komplexe Architekturen von fremden Repositories zu erfassen.
- Thema 2 - Debugging & Refactoring: Fehler finden und beheben, Code sicher refaktorieren und spezialisierte Subagents (`/subagent`) aufrufen.
- Thema 3 - Git & Versionskontrolle: Arbeiten mit Git: Commits mit aussagekräftigen Nachrichten erstellen lassen (`claude "commit my changes"`), Branches verwalten.
- Thema 4 - Paralleles Arbeiten: Parallele Sitzungen mit Git-Worktrees führen und Pipes im Terminal nutzen (z.B. `git diff | claude -p "Review this"`).
Modul 3: Projektwissen und Gedächtnis (Memory)
- Thema 1 - Projekt-Anweisungen: Erstellen und Nutzen einer `CLAUDE.md`-Datei im Root-Verzeichnis, um Projektstandards und Architekturvorgaben verbindlich festzulegen.
- Thema 2 - Auto-Memory: Verstehen, wie Claude sich selbstständig wichtige Projektdetails merkt, ohne dass diese manuell gepflegt werden müssen.
- Thema 3 - Management des Gedächtnisses: Den Befehl `/memory` zur Überprüfung des Gelernten nutzen. Strukturieren komplexerer Regeln über den Ordner `.claude/rules/`.
Modul 4: Erweiterung durch Skills und MCP
- Thema 1 - Skills (Benutzerdefinierte Befehle): Erfahren, wie man eigene Befehle bzw. Workarounds mit Frontmatter-Konfigurationen unter `.claude/skills/` anlegt. Argumente an Skills übergeben.
- Thema 2 - Model Context Protocol (MCP): Grundlagen zum MCP verstehen, um Claude Zugriff auf lokale Datenbanken, APIs oder Tools wie z.B. Sentry oder GitHub Code-Reviews zu geben.
- Thema 3 - MCP Server einrichten: Eine `.mcp.json` auf lokaler Ebene, Projektebene oder Nutzerebene einrichten (Stdio, SSE, Remote-HTTP) und Tools dynamisch updaten.
3. Konkreter Lernplan (Zeitplan)
| Woche | Fokus | Aufgaben / Praxis | |---------|---------------------------|---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------| | Woche 1 | Grundlagen & Setup | Claude Code (CLI oder VS Code/Cursor Extension) installieren. Einen Login durchführen. Eine einfache App (z.B. ToDo-App) modifizieren lassen. | | Woche 2 | Workflow-Integration | Claude Code in den eigenen Git-Workflow einbauen. Tests schreiben, Fehler fixen und Claude dazu bringen, einen Commit selbstständig zu verfassen. | | Woche 3 | Memory & Kontext | Eine umfassende `CLAUDE.md` für das aktuelle Hauptprojekt verfassen. Prüfen, wie Auto-Memory nach einigen Tagen Coding-Arbeit greift (`/memory`). | | Woche 4 | Tools und Erweiterung | Einen einfachen MCP-Server (z.B. Dateisystem) per `.mcp.json` anbinden. Einen eigenen Skill programmieren (z.B. `/review-pr` zur automatisierten Linting-Vorprüfung). |
4. Lernressourcen
Die offiziellen Dokumentationen von Anthropic dienen als primäre Lernressourcen.
Offizielle Dokumentation
- Übersicht / Erste Schritte
- Schnellstart-Leitfaden
- Häufige Workflows (Best Practices)
- Projektgedächtnis (CLAUDE.md & Auto-Memory)
- MCP – Claude mit externen Tools verbinden
- Claude mit eigenen Skills erweitern
CLI & App-Ressourcen
- Terminal-Befehle: Jederzeit über `claude --help` oder in der Sitzung über `/help` erreichbar.
- Desktop-App: Für visuelle Diff-Überprüfungen (verfügbar via `/desktop` im Terminal).
- Web-Zugriff: Arbeiten über claude.ai/code inkl. Remote Control.
5. Empfohlene Praxis-Projekte
- Projekt A (Einsteiger): Bash-Skripte optimieren. Nutzen Sie den Terminal-Pipe-Workflow von Claude Code (z.B. `cat script.sh | claude -p ...`), um kleine Skripte zu verbessern oder sie plattformunabhängig zu machen.
- Projekt B (Fortgeschritten): Eigene CLAUDE.md anlegen. Nehmen Sie ein bestehendes Open-Source-Projekt und definieren Sie detaillierte Anweisungen in einer `CLAUDE.md`. Lassen Sie Claude dann anhand dieser Regeln ein neues Feature (z.B. eine UI-Komponente) implementieren.
- Projekt C (Experten): MCP Integration. Erstellen Sie eine `managed-mcp.json` Konfiguration, mit der Sie Claude Code mit Ihrer PostgreSQL Entwicklungs-Datenbank verbinden. Lassen Sie Claude im Anschluss Abfragen auf die Datenbank ausführen, um logische Datenfehler in Ihrem Code zu finden.